Ein neuer Werbespot für Google Workspace fragt, ob die Gründerväter 1776 KI genutzt hätten. Kritiker nennen den Clip peinlich.
Heute leicht reduzierte Ausgabe.
Ein neuer Werbeclip fuer Google Workspace inszeniert Benjamin Franklin und Thomas Jefferson als KI-Nutzer. The Verge nennt das Ergebnis peinlich.
Es gibt Werbespots, die man nach 30 Sekunden vergessen hat - und es gibt solche, die man aus einem ganz anderen Grund nicht vergisst. Googles neuer Clip zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhaengigkeitserklaerung faellt in die zweite Kategorie. Der Konzern zeigt darin, wie die Gruendervaeter der USA im Jahr 1776 angeblich Google Workspace und den KI-Assistenten Gemini genutzt haetten, um das historische Dokument gemeinsam zu verfassen. The Verge reagierte mit einem ungewoehnlich scharfen Urteil: Der Spot sei 'infuriating', also aergerlich, und werde von Sekunde zu Sekunde peinlicher.
Der Clip beginnt mit dem Satz 'Group project, but make it 1776' - also 'Gruppenarbeit, aber im Stil von 1776'. Zu sehen ist unter anderem, wie Benjamin Franklin dem spaeteren US-Praesidenten Thomas Jefferson eine Textnachricht schickt, waehrend die Runde der Gruendervaeter offenbar Gemini zu Hilfe zieht, um den Entwurf der Declaration of Independence zu formulieren. Google Workspace ist das Buero-Paket des Konzerns mit Diensten wie Google Docs und Gmail; Gemini ist der hauseigene KI-Assistent, der beim Schreiben und Zusammenfassen helfen soll. Der Spot lief nach den Angaben von TechCrunch anlaesslich des 250. Jubilaeums der Unterzeichnung von 1776 an. Weitere Details zu Sendeplatz, Budget oder Reichweite sind im Material nicht belegt.
Warum die Geschichte trotzdem ueber einen Werbespot hinausweist: Google steht bei generativer KI - also KI, die selbst Texte und Bilder erzeugt - unter Druck, seine Werkzeuge im Alltag der Nutzer zu verankern. Der Griff zu einem der wichtigsten Gruendungsdokumente der USA ist ein Versuch, Gemini in eine grosse Erzaehlung einzubetten: KI als selbstverstaendlicher Mitarbeiter, sogar bei welthistorischen Texten. Genau dieser Ton scheint jedoch nach hinten losgegangen zu sein. Wenn ein grosses Tech-Magazin wie The Verge einen Spot oeffentlich als aergerlich bezeichnet, ist das fuer eine Marketingabteilung ein schlechtes Zeichen - und zeigt, wie duenn das Eis inzwischen ist, wenn Konzerne KI mit nationaler Symbolik verknuepfen. Wer eine Unabhaengigkeitserklaerung als Prompt behandelt, riskiert den Vorwurf, historische Leistung zu verkleinern.
Offen bleibt vieles. Weder TechCrunch noch The Verge liefern im vorliegenden Material Angaben dazu, wie das Publikum ausserhalb der Fachpresse reagiert, wie lange die Kampagne laufen soll oder ob Google plant, auf die Kritik zu reagieren. Auch ob der Spot in sozialen Netzwerken viral geht oder nach kurzer Zeit stillschweigend zurueckgezogen wird, ist unklar. Ebenso wenig laesst sich aus den beiden Quellen ableiten, ob es sich um einen einzelnen Werbespot handelt oder um den Auftakt einer groesseren Serie rund um US-Geschichte und KI. Vermutlich duerfte Google im weiteren Verlauf des Jubilaeumsjahres nachlegen, belegt ist das im Material aber nicht.
Wer die naechsten Tage verfolgen will, sollte auf zwei Dinge achten: Erstens, ob weitere US-Medien ausserhalb der Tech-Presse den Spot aufgreifen und die Debatte in Richtung Geschichtspolitik verschiebt. Zweitens, ob Google oeffentlich Stellung nimmt oder den Clip anpasst. Beides waere ein Signal dafuer, wie empfindlich der Konzern inzwischen auf Kritik an seiner KI-Kommunikation reagiert.
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Die australische Influencerin Lily Jay steht im Mittelpunkt eines Falls rund um KI-gestützte Manipulation. Das Material spricht von einem verworrenen Netz aus Täuschung. Genauere technische Details zur eingesetzten KI nennt das Material nicht.
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